Die eigenen Qualitäten leben

Warum machen wir uns auf den spirituellen Weg? Um Gott in uns zu finden. Das ist ein guter Grund, aber nicht der einzige. Ein anderer Grund ist möglicherweise: Weil ich meine Qualitäten entdecken und leben möchte.

Für mich heißt „Spirituell sein“ nicht nur, sich der göttlichen Gegenwart bewusst zu sein, sondern es heißt auch, sich seiner selbst in allen Aspekten und Fähigkeiten bewusst zu werden,  um seine Aufgabe auf der Erde bestmöglich zu erfüllen.

Auf der Erde haben wir einen Körper und wir erfahren uns in der Struktur des menschlichen Lebens. Wir spüren, dass wir durch unser Inneres, durch unsere Einstellungen und Gedanken Einfluss auf das haben, was uns im Außen begegnet. Außerdem wird uns bewusst, dass wir bestimmte Qualitäten besonders gut repräsentieren. Vielleicht haben wir festgestellt, dass es vielen Menschen gut tut, in problematischen Situationen ein Gespräch mit uns zu führen. Oder sie lassen sich von unserer Freude anstecken. Vielleicht spüren wir, dass  Menschen von uns besser Kritik annehmen können als von anderen, dass wir gut in unserer Ruhe bleiben können oder dass uns Dinge intuitiv klar sind, die für andere unverständlich sind. Die Beispiele lassen sich fortsetzen. Jeder Mensch trägt Qualitiäten in sich, die meist für andere spürbarer sind, als für uns selbst, weil sie für uns einfach normal sind.

Doch was passiert, wenn wir einmal tiefer in diese Qualitäten eintauchen oder vielleicht sogar Fähigkeiten berühren, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir sie hatten?

Wir haben alle schon eine lange Seelenreise hinter uns,  haben uns in vielen Leben erfahren und mit vielen Wesen/Menschen zusammengearbeitet. In diesen Zeiten haben wir Werkzeuge, Fähigkeiten und Bewusstsein angesammelt, das uns auch heute noch zur Verfügung steht. Weil wir es  nicht trainiert haben, ist es einfach verstaubt und in Vergessenheit geraten. Als wir Kinder waren, war vieles selbstverständlich, doch da hatten wir noch nicht die Worte und den Körper, der es uns erlaubte, es einfach zu leben. Wir waren darauf angewiesen auf das zu hören, was Vater und Mutter oder später die Gesellschaft uns beibrachte. Die haben es zumeist gar nicht verstanden, dass wir vielleicht mit unseren geistigen Begleitern sprachen, mit Engeln oder Naturwesen. Oder dass wir Dinge wahrnahmen, die sie selbst nicht sehen konnten. Doch vergessen heißt nicht weg. Wir können uns heute wieder neu dafür entscheiden, diese Fähigkeiten an die Oberfläche zu holen.

Viele der Wesen/Menschen, die schon in früheren Inkarnationen zusammen gearbeitet haben, treffen sich auch heute wieder, um Wissen neu zu beleben, auszutauschen und für die heutige Zeit weiter zu entwickeln.

Manchmal treffen wir jemanden und wissen sofort: Hier ist eine tiefe seelische Verbindung, die jetzt wieder belebt werden will. Oder wir fühlen:  Hier hat jemand etwas für uns bewahrt, eine Erinnerung an Fähigkeiten oder Wissen, das wir schon mal gelebt haben.

Ich selbst arbeite schwerpunktmäßig mit den schamanischen Methoden, wobei ich schamanische Aspekte auch in vielen anderen Traditionen wieder finde und keine so deutliche Trennlinie zwischen den Wegen sehe. Als ich damals begann mit der Trommel und mit den Gesängen zu arbeiten, entfachte sich in vielen meiner Zuhörer eine starke Sehnsucht, manchmal verbunden mit Schmerz, manchmal mit Freude oder auch mit Angst. In den schamanischen Reisen, die ich machte, kamen tiefe Gefühle und Erinnerungen hoch. Nicht immer war gleich klar, aus welcher Zeit das kam und um welche Aspekte es sich genau handelte. Manchmal ging es zunächst um Erlösung oder um Vergebung. Doch  etwas war geweckt, ein neuer Raum, der sich plötzlich erschloss und darauf wartete, erobert zu werden.

Überwinden wir unsere Ängste, bemerken wir, dass wir viel mehr können, als uns bewusst war. Wir stellen fest, dass wir auf einer ganz anderen Ebene viel bewusster, effektiver und auch sehr viel erfüllender arbeiten und unseren Alltag gestalten können.

Übernächstes Wochenende, am 8./9. Juni sind in Amritabha 28 Spirituelle Lehrer versammelt, die etwas von sich selbst, von ihrer Arbeit und von den Wegen, die sie für sich gefunden haben, erzählen. In kurzen Erlebnisvorträgen von 20 Minuten öffnen sie einen Raum, in den jeder eintauchen und selbst spüren kann, ob eine Resonanz da ist,  z.B. in Form von Sehnsucht, Wiedererinnerung, Weite, Ausdehnung, Freude, Heimatgefühl… . Es handelt sich um lebendiges Wissen aus verschiedenen Zeiten und Kulturen, dass in jedem von uns etwas anregt. Manchmal ist es eine kurze Erinnerung: „Ja, das kenn ich, das trage ich auch in meinem Herzen“. Durch die Berührung wird es wieder präsent und greifbar. Ein anderes Mal spüren wir vielleicht, dass wir auf diesem Weg einen Boden finden, auf dem wir wachsen können, der uns wieder dahin führt, zu erkennen, wer wir wirklich sind und was wir können. Das ist dann wie ein nach Hause finden, ein sich selbst wieder finden.

Mir ist es damals so mit dem Weg ins Licht gegangen. Ich wusste, hier liegt ein Weg, dem ich folgen will. Ich folge ihm heute immer noch und habe auf diesem Weg viele Fähigkeiten wieder in mein Leben zurück geholt, wie die schamanischen Techniken oder die Heilarbeit im Kreise der Essener. Alles sind unterschiedliche Aspekte von mir selbst, in denen ich mich wieder finde und spüre: Das bin ich 🙂  oder das gehört zu mir.

Ich wünsche mir, dass alle Menschen das finden, was sie wirklich sind und wissen, warum sie heute hier sind. Dann wird das Leben viel einfacher und von Liebe getragen. Es mag nach wie vor seine Herausforderungen haben, doch es hat dann einen natürlichen Fluss, der uns immer trägt, einfach weil wir wissen, dass es richtig ist und weil wir es in jedem Moment mit unserer Liebe begleiten können.

So kann ich nur jedem, der mehr über sich erfahren möchte, empfehlen, am 8./9. Juni dabei zu sein. Es ist eine besondere Gelegenheit, so vielen Menschen zu begegnen, die neue Wege frei gemacht haben, durch die andere sich erkennen können.

Mehr Infos zum Ablauf und zum Programm findet ihr unter Aktuelles unter diesem Link.

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